Schwangerschaft und Abnehmen

Der Ratgeber

Ausdauersport in der Schwangerschaft

Joggen kann gut tun / Rafael Ben-Ari @ fotolia.de

Du bist schwanger und treibst gerne Sport? Aber du hörst ständig, dass du auf keinen Fall Sport machen sollst während der Schwangerschaft, weil du dich und dein Baby dadurch gefährden könntest?

Dann lass dir zuerst einmal sagen: Das ist Blödsinn! Sport während der Schwangerschaft hält euch beide fit und sorgt für eine bessere Versorgung deines Ungeborenen. Allerdings sind diese Warnungen nicht komplett aus der Luft gegriffen und Vorsicht ist durchaus geboten!

Warnungen vor Sport in der Schwangerschaft

Zahlreiche Warnungen lassen werdende Mamas hellhörig werden, wenn es um Sport während der Schwangerschaft geht. Diese stammen jedoch aus einer Zeit, in der die Wissenschaft nicht soviele Erkenntnisse hatte über die biologischen Abläufe während der Schwangerschaft.
Kulturell bedingt werden nach wie vor Schwangere anders behandelt. Oft ist die Rede davon, sich dauerhaft schonen zu müssen, da sonst eine Fehlgeburt oder Entwicklungsstörungen provoziert werden würden.
Belastungen sollen Schwangere meiden und viele werdende Mamas sind so verunsichert, dass sie sich nichts mehr trauen. Dies hat eine totale Unzufriedenheit und Frustration zur Folge, eine höhere Gewichtszunahme und dass sogar die Geburt dadurch erschwert wird.

Die Vorteile von Sport während der Schwangerschaft

Wer regelmäßig sportlichen Aktivitäten nachgeht, tut seinem Körper einen Gefallen. Eine höhere Fitnessaktivität hält das Immunsystem auf Trab, sorgt für einen guten Stoffwechsel und der Hormonhaushalt läuft ausgeglichener. Wer als Schwangere komplett auf Sport verzichtet, leidet häufiger unter Depressionen und fällt nach der Geburt in ein tiefes Loch.

Sport macht dich glücklicher und ausgewogener / Kaspars Grinvalds @ fotolia.de


Durch regelmäßigen Sport ist der Körper fitter, die zugenommenen Kilos verschwinden leichter und die Mama fühlt sich wohler. Wenn du gerne Sport machen möchtest während deiner Schwangerschaft, kannst du das tun. Umso fitter du bist, wenn dein Baby kommt, desto leichter ist die Geburt. Die Geburt ist für deinen Körper und dein Baby eine extreme Belastung. Wenn du dich fit hälst, schafft ihr beide die Geburt leichter.

Außerdem bist du ruhiger und ausgeglichener, wenn du dich selbst wohlfühlst.

Ausdauersport ist sehr gut für dich und dein Baby!

Nicht jede Sportart ist während der Schwangerschaft geeignet. Hervorragend eignet sich jedoch der Ausdauersport. Regelmäßiges Ausdauertraining hält deinen Körper auf Trab. Dein Kreislauf bleibt stabil, deine Muskulatur verkümmert nicht und dein Glukosehaushalt läuft rund. Dein Baby wird unmittelbar über dich versorgt und sein Zustand hängt von deiner Gesundheit ab. Nimmst du schädliche Substanzen zu dir und liegst den ganzen Tag auf der Couch, ist dein Baby schlechter versorgt und das Risiko für eine Fehlgeburt steigt. Achtest du auf eine gesunde Ernährung und treibst regelmäßig Ausdauersport, ist die Versorgung deines Ungeborenen viel besser.

Risiken beim Sport während der Schwangerschaft

Du solltest natürlich keinen Leistungssport während der Schwangerschaft betreiben. Dein Körper erbringt eine Extremleistung während der Schwangerschaft und bei der Geburt. Erholung ist daher sehr wichtig. Regelmäßige Fitness sorgt für eine bessere Gesundheit und höhere Belastbarkeit. Allerdings gefährden einige Sportarten tatsächlich die Schwangerschaft. In den ersten vier Monaten ist das Risiko einer Fehlgeburt sehr hoch. Sportarten, die ein Sturzrisiko begünstigen oder ruckartige Bewegungen, solltest du während der Schwangerschaft unterlassen. Dazu gehören:

  • Reiten
  • Ballsportarten wie Volleyball
  • Kampfsportarten
  • Geräteturnen
  • Klettern

Positive Wirkung durch Ausdauersport vor der Geburt

Ausdauersport und Sportarten, die ungefährlich sind, fördern die Gesundheit. Übertreibe nicht die Häuftigkeit des Trainings. Du solltest ungefähr drei Mal pro Woche trainieren und dabei nicht eine Stunde pro Training überschreiten. Ideal sind Trainingseinheiten von 45 Minuten. Sehr gut geeignet ist schwimmen oder joggen. Trainingsgeräte für Ausdauersport wie Laufbänder, Crosstrainer oder Bike sind hervorragend geeignet, um während der Schwangerschaft in Form zu bleiben.

Fitnessstudio in der Schwangerschaft

Du kannst selbstverständlich weiter ins Fitnessstudio gehen, wenn du schwanger bist. Lass dich aber unbedingt beraten von einem Personal Trainer und dir einen Trainingsplan entwerfen. Beim Ausdauertraining sind Trainingseinheiten, die ein Abnehmen begünstigen, nicht gut. Einige Fitnessstudios bieten eine Kinderbetreuung zu bestimmten Zeiten an. Wenn du vorhast, nach der Schwangerschaft im Fitnessstudio deine Figur wieder in Form zu bringen, ist ein Fitnessstudio mit Kinderbetreuung günstig.

Homefitness vor der Geburt

Du benötigst zum Ausdauertraining nicht zwangsläufig ein richtiges Fitnessstudio. Du kannst daheim viel tun, um dich fit zu halten. Lass dich am besten von deinem Arzt beraten, welche Möglichkeiten du hast, daheim Sport zu machen. Du findest in Fachgeschäften für Sport und im Internet viele Dienstleister, die Fitnessgeräte für daheim anbieten. Achte unbedingt darauf, dass die ausgewählten Cardiogeräte TÜV-geprüft sind. Generell ist gefährlich, Geräte zu verwenden, die nicht sicher sind. Während der Schwangerschaft ist dies jedoch noch riskanter. Einige Fitnessgeräte können platzsparend zusammengeklappt verstaut werden, sodass sie keinen Platz wegnehmen. Nimm dir Zeit, dir im Vorfeld Hometrainer anzuschauen und nutze auf keinen Fall Geräte, die nicht getestet sind, nur weil diese mit verlockenden Angeboten attraktiv erscheinen.

Fitnessübungen bei einer Risikoschwangerschaft

Stellt dein Arzt fest, dass du eine Risikoschwangerschaft hast, wird selten etwas dagegen sprechen, wenn du gelegentlich Ausdauersport betreibst. Allerdings solltest du die Hinweise deines Arztes berücksichtigen. Scheue in diesem Fall nicht den Gang zu einem weiteren Arzttermin. Dein Arzt wird dich darüber informieren, ob und in welchem Umfang du Sport machen kannst. An diese Hinweise solltest du dich unbedingt halten.

Rät dir dein Arzt von jeglichen Sportaktivitäten ab und verordnet dir Bettruhe, halte dich auf jeden Fall daran.

Sehr sportaktiv und nun schwanger- was nun?

Hast du bereits vor der Schwangerschaft viel Sport getrieben, kannst du dies natürlich weiterhin tun. Allerdings solltest du riskante Sportarten vermeiden. Wenn du allerdings vor deiner Schwangerschaft jeden Morgen eine Stunde laufen gegangen bist, dazu regelmäßig das Schwimmbad aufgesucht hast und drei Mal in der Woche einen Aerobickurs besucht und am Wochenende Volleyballturnier auf deinem Plan gestanden haben, kannst du während der Schwangerschaft weiter Sport treiben. Allerdings solltest du in dem Fall Volleyball aussetzen, bis du die Geburt hinter dir hast. Hast du vor der Schwangerschaft keinen Sport getrieben, solltest du nicht während der Schwangerschaft mit Leistungssport anfangen.

Schwangere sollen sich komplett schonen?

Dass Schwangere sich komplett schonen sollen, ist mittlerweile überholt. Bei Risikoschwangerschaften gelten natürlich Vorsichtsmaßnahmen, die mit dem Arzt abzusprechen sind. Ansonsten ist mittlerweile wissenschaftlich bewiesen, dass eine Schwangere sich normal belasten kann. Klar sind Ruhephasen sehr wichtig, aber eine Schwangerschaft ist keine Legitimation zur Faulheit.

Schwere Lasten tragen oder Training mit schweren Gewichten solltest du einschränken. Du kannst normal arbeiten gehen bis zum Mutterschutz. Da Schutzmaßnahmen für Arbeitgeber berücksichtigen, dass Schwangere keine schwere Belastungen langfristig ausüben sollten, kannst du dich solange so verhalten, wie du dich wohl fühlst, wie keine Bedenken seitens deines Arztes bestehen. Du brauchst also nicht rund um die Uhr im Bett oder auf der Couch zu liegen und kannst das Auto stehen lassen und zu Fuß laufen. Für die bevorstehende Geburt senkst du das Risiko für Komplikationen, wenn du dich fit hälst.

Passe das Ausdauertraining deinem Wohlbefinden an

In der Schwangerschaft erleben du und dein Baby unterschiedliche Entwicklungen. In den ersten Monaten solltest du darauf achten, dass du vorsichtiger bist. Das allgemeine Risiko einer Fehlgeburt ist bis zum fünften Monat höher als in den letzten Schwangerschaftsmonaten. In den letzten Schwangerschaftswochen wirst du merken, dass das Baby auf deine Atmung drückt und du zu Rückenschmerzen neigst. In dieser Zeit solltest du nur soviel trainieren, wie dir möglich ist. Schwimmen ist sehr angenehm in den letzten Wochen und hilft bei Rückenproblemen.

Generell gilt: Du kannst und sollst sportlich aktiv sein während deiner Schwangerschaft. Achte darauf, dass du deinen Ausdauersport nicht übertreibst. Solange medizinisch nichts dagegen spricht, kannst du drei Mal in der Woche trainieren, um dich und dein Baby fit zu halten.

Weitere Informationen:
http://www.spiegel.de/gesundheit/schwangerschaft/sport-in-der-schwangerschaft-die-besten-tipps-fuer-werdende-muetter-a-899722.html
http://www.gofeminin.de/schwangerschaft/sport-in-der-schwangerschaft-d49989.html
http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/sport-in-der-schwangerschaft-kraft-fuer-zwei-herzen-1.1085435

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